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Zyklus III | Soziale Kompetenzen

Verantwortung für die Schulgemeinschaft übernehmen

Nachstehend sind Anknüpfungspunkte mit dem Fokus «Verantwortung für die Schulgemeinschaft übernehmen» Zyklus III im Lehrplan 21 und Lebensraum Schule praxisnah aufbereitet und unterstützen die Umsetzung.

Lehrplan 21

Im Lehrplan 21 werden personale, soziale und methodische Kompetenzen unterschieden. Sie sind auf den schulischen Kontext ausgerichtet. Die einzelnen personalen, sozialen und methodischen Kompetenzen lassen sich dabei kaum trennscharf voneinander abgrenzen, sondern überschneiden sich. Die Orientierungshilfe stellt einen Fokus pro überfachliche Kompetenz und Zyklus zur Verfügung. Dies mit dem Wissen, dass sich dabei personale, soziale und methodische Kompetenzen bedingen und sich curricular über alle Zyklen hinweg entwickeln.

Anknüpfungspunkte zu den überfachlichen Kompetenzen, jeweils entsprechend dem altersbedingten Entwicklungsstand der Kinder: Nachstehend sind alle überfachlichen Kompetenzen aufgeführt, die mit dem Fokus «Verantwortung für die Schulgemeinschaft übernehmen» bearbeitet werden. Zudem kann der Fokus auch in allen Fächern und/oder im Rahmen eines Themas bearbeitet werden. Die Beurteilung kann in die kantonalen Kriterien einfliessen. Beispiele dazu sind nachfolgend aufgelistet.

Die Schülerinnen und Schüler...

Soziale Kompetenzen

  • können sich aktiv und im Dialog an der Zusammenarbeit mit anderen beteiligen.
  • können aufmerksam zuhören und Meinungen und Standpunkte von andern wahrnehmen und einbeziehen.
  • können in der Gruppe und in der Klasse oder in einem Schülerrat Abmachungen aushandeln und Regeln einhalten.
  • können auf Meinungen und Standpunkte anderer achten und im Dialog darauf eingehen.
  • können je nach Situation eigene Interessen zu Gunsten der Zielerreichung in der Gruppe zurückstellen oder durchsetzen.
  • können Gruppenarbeiten planen. können verschiedene Formen der Gruppenarbeit anwenden.
  • können sachlich und zielorientiert kommunizieren, Gesprächsregeln anwenden und Konflikte direkt ansprechen.
  • können sich in die Lage einer anderen Person versetzen und sich darüber klar werden, was diese Person denkt und fühlt.
  • können Kritik angemessen, klar und anständig mitteilen und mit konstruktiven Vorschlägen verbinden.
  • können Kritik annehmen und die eigene Position hinterfragen.
  • können Formen und Verfahren konstruktiver Konfliktbearbeitung anwenden.
  • können in einer Konfliktsituation einen Konsens suchen und diesen Konsens anerkennen.
  • können Konfliktsituationen, die sich nicht lösen lassen, aushalten und nach neuen Konfliktlösungsmöglichkeiten suchen; wenn nötig holen sie bei Drittpersonen Unterstützung.
  • können die von der Schule bereitgestellten Hilfen nutzen und Instrumente zur gewaltfreien Konfliktlösung akzeptieren.
  • können Menschen in ihren Gemeinsamkeiten und Differenzen wahrnehmen und verstehen.
  • können respektvoll mit Menschen umgehen, die unterschiedliche Lernvoraussetzungen mitbringen oder sich in Geschlecht, Hautfarbe, Sprache, sozialer Herkunft, Religion oder Lebensform unterscheiden.
  • können die Wirkung von Sprache reflektieren und achten in Bezug auf Vielfalt auf einen wertschätzenden Sprachgebrauch.
  • können einen herabwürdigenden Sprachgebrauch erkennen und nehmen einen solchen nicht passiv hin.

Personale Kompetenzen

  • können respektvoll mit Menschen umgehen, die unterschiedliche Lernvoraussetzungen mitbringen oder sich in Geschlecht, Hautfarbe, Sprache, sozialer Herkunft, Religion oder Lebensform unterscheiden.
  • können Konfliktsituationen, die sich nicht lösen lassen, aushalten und nach neuen Konfliktlösungsmöglichkeiten suchen; wenn nötig holen sie bei Drittpersonen Unterstützung.

Methodische Kompetenzen

  • können unterschiedliche Sachverhalte sprachlich ausdrücken und sich dabei anderen verständlich machen.

Fachliche Kompetenzen

  • ERG.2.1b: Die Schülerinnen und Schüler können alltägliche Situationen und gesellschaftliche Konstellationen im Hinblick auf grundlegende Werte wie Gerechtigkeit, Freiheit, Verantwortung und Menschenwürde betrachten und diskutieren.
  • MI.1.4b: Die Schülerinnen und Schüler können Medien für gemeinsames Arbeiten und für Meinungsaustausch einsetzen und dabei die Sicherheitsregeln befolgen.

Beispielsthemen

 

  • Werte und Normen: ERG.2.1a Die Schülerinnen und Schüler können über Sinn und Nutzen gesellschaftlicher und individueller Werte und Normen nachdenken und Normen entsprechend aushandeln. ​
  • Begegnung und Umgang mit Vielfalt: ERG.4.4b Die Schülerinnen und Schüler können Religionen und kulturelle Minderheiten mit ihren Anliegen nichtdiskriminierend darstellen und verschiedene Auffassungen transparent wiedergeben. ​Lehren, Interpretation/Auslegung, Statements: öffentliche und private Äusserungen
  • Reflexion über die Lebenswelt &-lage anderer: ERG.5.5a Die Schülerinnen und Schüler können Menschen in verschiedenen Lebenslagen und Lebenswelten wahrnehmen sowie über Erfahrungen, Bedürfnisse und Werte nachdenken (z.B. berufliche, ökonomische und familiäre Situation; Krankheit, Behinderung, Asyl, Migration).
  • Diskussionsformen und Kommunikationsregeln: ERG.5.6c Die Schülerinnen und Schüler können Menschen in verschiedenen Lebenslagen und Lebenswelten wahrnehmen sowie über Erfahrungen, Bedürfnisse und Werte nachdenken (z.B. berufliche, ökonomische und familiäre Situation; Krankheit, Behinderung, Asyl, Migration).

Mögliche Beiträge zu Beurteilungskriterien (siehe dazu kantonale Vorgaben)

  • mit anderen zusammenarbeiten, zuhören, teilen, sich zurücknehmen oder durchsetzen
  • respektvoll mit anderen umgehen, in andere einfühlen
  • sich mit Menschen austauschen, Gefühle mitteilen, Konflikte benennen, eigenen Standpunkt einnehmen
  • Herausforderungen und Kritik konstruktiv annehmen, Gefühle wahrnehmen und sich mitteilen
  • Schulalltag selbständig bewältigen
  • konstruktiv mit Kritik umgehen

Unterrichtsmethoden

Mit der Unterrichtsgestaltung tragen Lehrpersonen bereits relevant zur Förderung des Fokus Verantwortung für die Schulgemeinschaft übernehmen bei. Dies zeigt sich beispielsweise in der Wahl der Unterrichtsmethoden. Dazu einige Beispiele.

Ideen für den Unterricht

Downloads

Mappe «Wetterfest»: Kapitel 3.3, Lebenskompetenzen: Probleme
Kapitel «Gewalt und Mobbing» und «Abhängigkeit (Sucht)»: Die Unterrichtseinheiten bieten eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Auswirkungen von Mobbing und wie man dagegenwirkt. Zudem werden Unterrichtsimpulse zum Thema gewaltfreie Konfliktlösung aufgezeigt.

Mappe «Wetterfest»: Kapitel 3.2, Lebenskompetenzen: Beziehungen
«Ich als Teil der Gesellschaft»: Thematisierung von «Zivilcourage» und deren Wichtigkeit für die Gesellschaft. Kritische Auseinandersetzung mit Rollen und Erwartungshaltungen innerhalb der Klassengemeinschaft. Übungen mit dem Ziel zu einer wertvollen und wertgeschätzten Zusammenarbeit innerhalb der Klasse.

Achtsamkeit und Anerkennung. Materialien zur Förderung des Sozialverhaltens in den Klassen 5-9
Es werden Unterrichtsmaterialien zum Umgang mit Enttäuschungen, Erwartungen und Leistungsdruck sowie zur Auseinandersetzung mit Stärken und Schwächen und der eigenen Rolle im Klassenzimmer geboten.

Ich möchte helfen und weiss nicht wie
Aus dem Modul 3 «Lass uns reden!» von Wie geht's dir?. In einer Gruppendiskussion von Fallbeispielen sollen die Schüler/-innen sich Gedanken dazu machen, wie man helfen kann. Die Beispiele sind aus dem Schulalltag gegriffen und umfassen Traurigkeit, Wut, Essstörung und Stress. Die Unterrichtssequenz kann auch noch mit weiteren Übungen zu aktivem Zuhören (auch im Modul 3 zu finden) ausgeweitet werden.

Projekte

MindMatters

  • Das Grundlagenmodul «Fit für die Ausbildung» und seine Teilmodule lehnt sich an schulische Konzepte zur Berufsorientierung an und basiert auf dem Konzept der Entwicklungsaufgaben im Übergang. Vor allem das Teilmodul 3 fördert mit Methoden aus dem Rollenspiel und dem Improvisationstheater die Entwicklung einer wertschätzenden Grundhaltung anderen Menschen gegenüber sowie die Akzeptanz von Verschiedenheit. Die Schüler/-innen lernen konstruktive Kritik am eigenen Erscheinungsbild anzunehmen und positiv zu verarbeiten und sind sich der Wirkung auf andere bewusst.
  • Im Vertiefungsmodul «Mobbing? Nicht an unserer Schule» lernen die Schüler/-innen verschiedene Formen des Mobbings sowie mögliche Ursachen dafür kennen und reflektieren über eigene Erfahrungen in diesem Zusammenhang. Darüber hinaus beschäftigen sie sich mit möglichen Folgen für psychische, physische und soziale Gesundheit der Mobber/-innen und Gemobbten.
  • Das Vertiefungsmodul «Wie geht’s? – psychische Störungen in der Schule verstehen lernen» zielt neben der Wissensvermittlung insbesondere auf die Entwicklung von Handlungsstrategien zum Umgang mit psychischen Störungen auf individueller Ebene sowie auf Ebene der Schulorganisation. Darüber hinaus trägt es zum Abbau von Stigmatisierung und zur Förderung von Hilfe suchendem Verhalten bei. Der Einsatz eignet sich insbesondere in den Unterrichtsfächern Religion, Werte und Normen oder Ethik, Sozialkunde, Biologie, Sport sowie fächerübergreifender Unterricht.
  • Im Vertiefungsmodul «Mit Stress umgehen – im Gleichgewicht bleiben» erarbeiten die Schüler/-innen persönliche Bewältigungsstrategien bzw. Coping-Strategien für unterschiedliche Herausforderungen. In diesem Zusammenhang werden auch kulturelle oder geschlechtsbedingte Unterschiede in der Bewertung und Bewältigung von herausfordernden Situationen thematisiert. Unter anderem lernen die Schüler/-innen kulturelle und individuelle Unterschiedlichkeit zu respektieren und erleben Teamgeist und Zugehörigkeit.

Klassenübergreifende Ideen / Ideen für den Lebensraum

MindMatters
Das Vertiefungsmodul «Freunde finden, behalten und dazugehören» bietet eine Vielzahl von Spielsammlung und die Gruppenbildungsspiele eignen sich für Schulfeste, während einer Einführungswoche oder Klassenfahrten.
Das Vertiefungsmodul «Mit Stress umgehen – im Gleichgewicht bleiben» enthält Unterrichtseinheiten, die über das gesamte Schuljahr verteilt oder auch zu bestimmten Anlässen (vor Prüfungen, vor einem Schulwechsel, parallel zur Berufsorientierung, etc.) in den Unterricht integriert werden können. Darüber hinaus eignen sie sich zum Einsatz bei Klassenreisen und Projektwochen oder –tagen.
Um die Auswirkungen und das Ausmass von Mobbing auf Mobbende, Zuschauende und Gemobbte auch im Kollegium zu thematisieren, können gewisse Unterrichtseinheiten aus dem Vertiefungsmodul «Mobbing? Nicht an unserer Schule» genutzt werden. Zudem bietet das Vertiefungsmodule eine Checkliste, die der Schule hilft, Stärken zu erkennen und die Bereiche zu identifizieren, die eventuell etwas mehr Aufmerksamkeit erfordern.

Schulentwicklungsmodul SchoolMatters
Das Basismodul Schulentwicklung stellt zahlreiche Arbeitsmaterialien (Situationsanalysen, Checklisten und Planungshilfen) für Lehrpersonen, Schulleitungen, Eltern und Schüler/-innen zur Verfügung, mit denen mögliche Strukturen, Strategien und Partnerschaften zur Förderung der psychischen Gesundheit aller Schulmitglieder aufgebaut werden können. Es stellt Vereinbarungen, Prozesse und Handlungsabläufe vor, die zu einer umfassenden Suizidprävention in der Schule beitragen.

Schulklima
Das Schulklima ist das zentrale Anliegen einer gesundheitsfördernden und nachhaltigen Schule. Für das Wohlbefinden aller Beteiligten einer Schule sowie für den Lernerfolg ist das soziale Klima, das an einer Schule herrscht, entscheidend. Ob sich die Menschen am Arbeits- und Lernort Schule wohl und sicher fühlen, hängt wesentlich davon ab, wie das Klima der Schülerinnen und Schüler untereinander, im Team der Lehrpersonen und Schulleitung/-en und zwischen Schüler/-innen, Lehrpersonen, Eltern und weiteren Beteiligten der Schule gestaltet wird.

Individualisierte Gemeinschaftsschule – Demokratie und Menschenrechte lernen und leben
Das Buch definiert Ziele, Grundlagen und Umsetzung einer «Individualisierenden Gemeinschaftsschule». In zwölf Impulsen werden Schulen ermutigt, sich mit dem Konzept der demokratie- und menschenrechtsfördernden Gemeinschaftsschule auseinander zu setzen und Veränderungen anzugehen. In jedem Impuls werden die Kernüberlegungen zusammengefasst und theoretische Hintergründe, wissenschaftliche Erkenntnisse sowie Erfahrungen aus dem Schulalltag erläutert. Leitfragen regen zur Reflexion an und Praxisbeispiele liefern Ideen zur Umsetzung. Online steht zu jedem Impuls ein reichhaltiger Fundus an Artikeln, konkreten Anleitungen, Evaluationsbögen, Praxisberichten etc. zur Verfügung.

Schulhausprojekte: Alltägliche Tätigkeiten zur Geltung bringen
Ein Interview zu der Situation von Schulhausprojekten in der Schweiz ergänzt mit Materialien für Ideen zu eigenen Schulprojekten.

Auf Augenhöhe mit den Kindern – Kinderbüro Basel
Begleitung und Unterstützung von Schulen bei der Vorbereitung, Planung und Durchführung von partizipativen Projekten oder Prozessen. Zum Beispiel Gestaltungsprojekte im Innen- oder Aussenbereich des Schulhauses oder der Aufbau von partizipativen Strukturen auf Klassen- oder Schulebene. Ist das Mitreden von Kindern in der Schule ein neues Thema für die Schulleitung und das Kollegium, kann der Einstieg auch über eine schulinterne Weiterbildung erfolgen.

Praxisbeispiele gesundheitsfördernde und nachhaltige Schulen
Die Themen umfassen Partizipation, Schulkultur, Wohlbefinden, Handeln, Bewusstsein und weitere.

Just  community
Soziales Verstehen, Verantwortungsbereitschaft und eine demokratische Einstellung werden in der Schulgemeinschaft geübt, gelebt und damit gelernt. Die Lernenden reden und entscheiden in allen Bereichen des Schullebens mit und übernehmen somit auch echte Verantwortung.

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weitere informationen

«Verantwortung für die Schulgemeinschaft übernehmen» fördert auch Lebens-, Gesundheits- und BNE-Kompetenzen.

Lebens- und Gesundheitskompetenzen (PHZH):

  • Selbstwahrnehmung
  • Empathie
  • Kreatives Denken
  • Kritisches Denken
  • Entscheidungsfähigkeit
  • Problemlösefertigkeit
  • Effektive Kommunikationsfertigkeit
  • Interpersonale Beziehungsfertigkeiten
  • Gefühlsbewältigung
  • Stressbewältigung

BNE-Kompetenzen (éducation21, PDF):

  • Vernetzt denken
  • Vorausschauend denken und handeln
  • Kritisch konstruktiv denken
  • Perspektiven wechseln
  • Nachhaltigkeitsrelevante Fragestellungen gemeinsam bearbeiten
  • Gesellschaftliche Prozesse mitgestalten
  • Sich als Teil der Welt erfahren
  • Eigene und fremde Werte reflektieren
  • Verantwortung übernehmen und Handlungsspielräume nutzen
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