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Zyklus II | Soziale Kompetenzen

Konflikte respektvoll und konstruktiv lösen

Nachstehend sind Anknüpfungspunkte mit dem Fokus «Konflikte respektvoll und konstruktiv lösen» Zyklus II im Lehrplan 21 und Lebensraum Schule praxisnah aufbereitet und unterstützen die Umsetzung.

Lehrplan 21

Im Lehrplan 21 werden personale, soziale und methodische Kompetenzen unterschieden. Sie sind auf den schulischen Kontext ausgerichtet. Die einzelnen personalen, sozialen und methodischen Kompetenzen lassen sich dabei kaum trennscharf voneinander abgrenzen, sondern überschneiden sich. Die Orientierungshilfe stellt einen Fokus pro überfachliche Kompetenz und Zyklus zur Verfügung. Dies mit dem Wissen, dass sich dabei personale, soziale und methodische Kompetenzen bedingen und sich curricular über alle Zyklen hinweg entwickeln.

Anknüpfungspunkte zu den überfachlichen Kompetenzen, jeweils entsprechend dem altersbedingten Entwicklungsstand der Kinder: Nachstehend sind alle überfachlichen Kompetenzen aufgeführt, die mit dem Fokus «Konflikte respektvoll und konstruktiv lösen» bearbeitet werden. Zudem kann der Fokus auch in allen Fächern und/oder im Rahmen eines Themas bearbeitet werden. Die Beurteilung kann in die kantonalen Kriterien einfliessen. Beispiele dazu sind nachfolgend aufgelistet.

Die Schülerinnen und Schüler...

Soziale Kompetenzen

  • können sich aktiv und im Dialog an der Zusammenarbeit mit anderen beteiligen.
  • können aufmerksam zuhören und Meinungen und Standpunkte von andern wahrnehmen und einbeziehen.
  • können in der Gruppe und in der Klasse oder in einem Schülerrat Abmachungen aushandeln und Regeln einhalten.
  • können auf Meinungen und Standpunkte anderer achten und im Dialog darauf eingehen.
  • können je nach Situation eigene Interessen zu Gunsten der Zielerreichung in der Gruppe zurückstellen oder durchsetzen.
  • können sachlich und zielorientiert kommunizieren, Gesprächsregeln anwenden und Konflikte direkt ansprechen.
  • können sich in die Lage einer anderen Person versetzen und sich darüber klar werden, was diese Person denkt und fühlt.
  • können Kritik angemessen, klar und anständig mitteilen und mit konstruktiven Vorschlägen verbinden.
  • können Kritik annehmen und die eigene Position hinterfragen.
  • können Formen und Verfahren konstruktiver Konfliktbearbeitung anwenden.
  • können in einer Konfliktsituation einen Konsens suchen und diesen Konsens anerkennen.
  • können Konfliktsituationen, die sich nicht lösen lassen, aushalten und nach neuen Konfliktlösungsmöglichkeiten suchen; wenn nötig holen sie bei Drittpersonen Unterstützung.
  • können die von der Schule bereitgestellten Hilfen nutzen und Instrumente zur gewaltfreien Konfliktlösung akzeptieren.
  • können Menschen in ihren Gemeinsamkeiten und Differenzen wahrnehmen und verstehen.
  • können respektvoll mit Menschen umgehen, die unterschiedliche Lernvoraussetzungen mitbringen oder sich in Geschlecht, Hautfarbe, Sprache, sozialer Herkunft, Religion oder Lebensform unterscheiden.
  • können die Wirkung von Sprache reflektieren und achten in Bezug auf Vielfalt auf einen wertschätzenden Sprachgebrauch.
  • können einen herabwürdigenden Sprachgebrauch erkennen und nehmen einen solchen nicht passiv hin.

Personale Kompetenzen

  • können aufgrund neuer Einsichten einen bisherigen Standpunkt ändern; sie können in Auseinandersetzungen nach Alternativen oder neuen Wegen suchen.

Methodische Kompetenzen

  • können neue Herausforderungen erkennen und kreative Lösungen entwerfen.

Fachliche Kompetenzen

  • NMG.10.1e: Die Schülerinnen und Schüler lernen, Konflikte in der Gruppe fair zu lösen und können verschiedene Strategien anwenden (z.B. Schlichtung, Abstimmung, Konsens).
  • BS.4.B.1.5d: Die Schülerinnen und Schüler können Mit- und Gegenspieler respektieren und zeitweise ohne Schiedsrichter spielen.

Stärkung des Selbstvertrauens

Gute Aufgabensets sind in allen Fächern wichtig, um den Schülerinnen und Schülern Erfolgserlebnisse (Lernerfolge) zu ermöglichen und sichtbar zu machen. Diese tragen zur Förderung des Selbstvertrauens und zur Lernmotivation bei. Im Weiteren ist der konstruktive Umgang mit Fehlern wichtig zur Stärkung des Selbstvertrauens.

Beispielsthemen

  • Werte und Normen: NMG.11.3c ff. z.B. Die Schülerinnen und Schüler können beschreiben, wofür sich Menschen engagieren und reflektieren, welche Motive und Werte darin zum Ausdruck kommen. ​Gerechtigkeit, Menschlichkeit, Solidarität
  • Konfliktlösung im Sport: BS.4.A.1e Die Schülerinnen und Schüler können faires Verhalten und Regelübertretungen bei sich und anderen erkennen und signalisieren.

Mögliche Beiträge zu Beurteilungskriterien (siehe dazu kantonale Vorgaben)

  • zuhören, teilen, sich zurücknehmen
  • respektvoll mit anderen umgehen, in andere einfühlen
  • Konflikte benennen, eigenen Standpunkt einnehmen
  • Herausforderungen und Kritik konstruktiv annehmen
  • Zusammenhänge herstellen (vernetztes Denken), Lösungsvorschläge suchen
  • eigenen Standpunkt einnehmen und vertreten, eigene Position hinterfragen
  • konstruktiv mit Kritik umgehen

Unterrichtsmethoden

Mit der Unterrichtsgestaltung tragen Lehrpersonen bereits relevant zur Förderung des Fokus Konflikte respektvoll und konstruktiv lösen bei. Dies zeigt sich beispielsweise in der Wahl der Unterrichtsmethoden. Dazu einige Beispiele.

Ideen für den Unterricht

Lehrmittel

Kunterbunt und Kaleidoskop
Die Lehrmittel Kunterbunt und Kaleidoskop dienen zur Schulung aller Lebenskompetenzen. Es umfasst die Auseinandersetzung mit Vielfalt und sozialem Lernen (Kaleidoskop, 2. Zyklus, 5./6. Klasse), und mit Gestaltungs- Sinn- und Weltfragen (Kunterbunt, 2. Zyklus: 3./4.Klasse). Alle Lehrmittel können fächerübergreifend eingesetzt werden. (kostenpflichtig).

Zack! Friedensarbeit konkret
Dieses Spiel für den Unterricht gibt Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, über fassbare und reelle Situationen und deren Komplexität nachzudenken sowie verschiedene Interaktions- und konkrete Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Crossroads: Neue Modelle der Gewaltprävention für Kinder und Jugendliche im Spannungsfeld der Kultur ihrer Familie und der Vielfalt gesellschaftlicher Ansprüche
Das Handbuch geht der Frage nach, wie Lehrpersonen Kinder und Jugendliche im Bereich der Gewaltprävention mit den Spannungsfeldern, in denen sie leben, so unterstützen können, dass sie selbst aktiv zu einer offenen und respektvollen Gesellschaft beitragen.

Downloads

Mutanfälle
Mutig sich selber begegnen: Schüler/-innen sollen sich selber kennen, auch ihre Schwächen und ihre dunklen Seiten. Sie wissen, was sie sich zutrauen können und wann sie Hilfe brauchen.
Mutig anderen begegnen: Unterlagen für Prävention und Ernstfall.
Mutig der Welt begegnen: Schüler/-innen sollen lernen, allein und in Begleitung ihre Welt zu entdecken. Sie lernen, Phänomene einzuordnen, Risiken abzuschätzen und für ihr Leben Orientierung zu gewinnen.
Mutanfälle als PDF.

Achtsamkeit und Anerkennung- Materialien zur Förderung des Sozialverhaltens in der Grundschule
In mehreren Bausteinen werden die Themen Achtsamkeit und Anerkennung, klasseninterne Streitschlichtung, Giraffen- und Wolfssprache, Ablehnung und Mobbing, Schüler/-innenmitbestimmung, Feedbackkultur und weiteres erläutert und Ideen für die Praxis aufgeführt.

Gefühle sind wichtig! über Gefühle sprechen
In dieser Unterrichtseinheit wird die Wichtigkeit der Auseinandersetzung mit den eigenen Gefühlen hervorgehoben, um dann auf das Respektieren der Gefühle anderer eingehen zu können.

feel-ok > Gewalt
Unterrichtsmaterial um mit Wissensfragen, Gruppenarbeiten und Rollenspiele Inhalte der Themen Gewalt, Konflikte, Streit, Mobbing, Cybermobbing, Zivilcourage und Notwehr zu thematisieren.

Reden statt schlagen – Faires streiten üben
Ein Streit-Trainingsplan für faires Streiten ohne Gewalt.

Projekte

MindMatters
Durch das Grundlagenmodul «Fit für Ausbildung und Beruf!» erarbeiten die Schüler und Schülerinnen gemeinsam Klassenregeln und lernen eine förderliche Feedbackkultur. In Rollenspielen und Gruppenarbeiten erarbeiten sie prosoziale Konfliktlösungen und lernen Gesicht, Gestik, Haltung, Blick, Mimik und Handlung in die Konfliktbewältigungsmöglichkeit miteinzubeziehen. In spezifischen Übungen werden Konflikte medial erlebt und thematisiert (v.a. Überzeichnung von Emotionen und Reaktion in den Medien).
Durch das Unterrichtsmodul «Mobbing? – Nicht an unserer Schule» erwerben Schüler/-innen Handlungsstrategien im Umgang mit Mobbing. Die Übungen zielen unter anderem auf eine Förderung von Respekt und Akzeptanz von Unterschiedlichkeit und Vermittlung von Konfliktkompetenzen ab.
Das Unterrichtsmodul «Freunde finden, behalten und dazugehören» bietet Übungen und Spielsammlungen zu Kennenlern-, Gruppenbildungs- und Integrationsprozesse und fördert Kommunikation und Kooperation in kleineren Gruppen.

Klassenübergreifende Ideen / Ideen für den Lebensraum

MindMatters
Die Spielsammlung und Gruppenbildungsspiele des Unterrichtsmoduls «Freunde finden, behalten und dazugehören» eignen sich für Schulfeste, Einführungswochen oder Klassenfahrten.

Schulentwicklungsmodul SchoolMatters
Das Basismodul Schulentwicklung stellt zahlreiche Arbeitsmaterialien (Situationsanalysen, Checklisten und Planungshilfen) für Lehrpersonen, Schulleitungen, Eltern und Schüler/-innen zur Verfügung, mit denen mögliche Strukturen, Strategien und Partnerschaften zur Förderung der psychischen Gesundheit aller Schulmitglieder aufgebaut werden können.

MindMatters – Vertiefungsmodul «Mobbing? Nicht in unserer Schule»
Um die Auswirkungen und das Ausmass von Mobbing auf Mobber, Zuschauer und Gemobbte auch im Kollegium zu thematisieren, können gewisse Unterrichtseinheiten genutzt werden. Zudem bietet das Modul eine Checkliste, die der Schule hilft, Stärken zu erkennen und die Bereiche zu identifizieren, die eventuell etwas mehr Aufmerksamkeit erfordern.

MindMatters – Vertiefungsmodul « Mit Stress umgehen – im Gleichgewicht bleiben»
Das Modul bietet der Schule eine Checkliste zur Stärkung der Resilienz.

Harmo-Nie?
Eine Unterrichts- und Interventionshilfe zur Beziehungsgestaltung im schulischen Alltag. Dies umfasst die Beziehungen zwischen Schüler/-innen, zwischen Lehrpersonen und Schüler/-innen, Lehrperson und Kollegium sowie Lehrperson und Eltern.

Mutanfälle
Mutig anderen begegnen: Schüler/-innen sollen angenehme Erfahrungen im Umgang mit anderen Menschen machen. Damit gewinnen sie den Mut, um auch bei anderen Gelegenheiten auf andere zuzugehen und Beziehungen zu gestalten.

Alle ziehen am gleichen Strang für ein positives Klima
Gewaltpräventionsprogramm (Zyklus I und II). Kurzfilm an der Schule Nebikon, LU.

chili – das Konflikttraining
Für die Schule und das Leben: Konflikte bearbeiten, Sozialkompetenz stärken, Mobbing vorbeugen.

peacemaker
Das Programm «peacemaker» hat zum Ziel, die anhaltende Gewalt an Schulen abzubauen und ihr vorzubeugen. Während einer Projektwoche zum Thema Gewalt und Frieden lernen von der Klasse gewählte Schüler/-innen, in hitzigen Situationen auf dem Pausenplatz mit kühlem Kopf schlichtend einzuschreiten und die Lage zu entspannen.

Zurück zur Matrix

weitere informationen

«Konflikte respektvoll und konstruktiv lösen» fördert auch Lebens-, Gesundheits- und BNE-Kompetenzen.

Lebens- und Gesundheitskompetenzen (PHZH):

  • Selbstwahrnehmung
  • Empathie
  • Kreatives Denken
  • Entscheidungsfähigkeit
  • Problemlösefertigkeit
  • Effektive Kommunikationsfertigkeit
  • Interpersonale Beziehungsfertigkeiten
  • Gefühlsbewältigung
  • Stressbewältigung

BNE-Kompetenzen (éducation21, PDF):

  • Kritisch konstruktiv denken
  • Perspektiven wechseln
  • Sich als Teil der Welt erfahren
  • Eigene und fremde Werte reflektieren
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